Autor Thema: DeHavilland Mosquito PR.Mk.IV von Tamiya in 1/72  (Gelesen 1479 mal)

Beat

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DeHavilland Mosquito PR.Mk.IV von Tamiya in 1/72
« am: 03. Januar 2016, 16:29:56 »
Hallo zusammen.

Am 24 August 1942 landete in Bern eine Mosquito PR.Mk.IV.
Die Maschine befand sich auf dem Rückflug von einem Aufklärungseinsatz in der Region von Venedig.
Auf dem Rückweg überhitzte einer der Motoren, worauf die Besatzung beschloss in der Schweiz zu landen.
Eine Zerstörung der Maschine durch die Besatzung konnte verhindert werden, aber das Peilgerät wurde zerstört und die Besatzung konnte ein paar Schüsse auf die Flügeltanks abgeben.

Da dies die erste Mosquito war die ausserhalb Engalnds, nahezu unbeschädigt, landete, folgten danach längere Verhandlungen zwischen den Schweizer und Britischen Behörden.
Das Flugzeug wurde interniert, die Besatzung allerdings konnte, im Austausch mit Angehörigen der Luftwaffe, nach England zurückkehren.

Im August 43 wurde eine Einigung zwischen den Behörden erzielt und die Maschine konnte nach Emmen überflogen werden.
Die KTA ( Kriegstechnische Abteilung) erprobte das Flugzeug und bewertete es in allen Bereichen als hervorragend.

Im Laufe von 1944 wollte die Swissair einen Kurierdienst nach England aufbauen.
Die Verantwortlichen der Swissair wollten für diese Mission ein britisches Flugzeug verwenden und setzten sich mit Oberstbrigadier von Wattenwyl, dem Chef der KTA, in Verbindung.
Dieser jedoch hatte wenig gehör für die Wünsche der Swissair, im Gegenteil, es kamen 1000 Ausreden warum das Flugzeug nicht zu haben sei!
Als erstes bestand er auf der darauf das die Maschine für das Militär von den Engländern abgekauft wurde, und nur er über die Verwendung entscheide.
Später folgten weitere Ausreden wie: " Die Kabine ist sehr eng und unbequem und eignet sich höchstens für Postsäcke, nicht aber für Passagiere" oder
" Die Abgasanlage sei nicht in Ordnung und die Zündkerzen revisionsbedürftig, man könne die Maschine gerade so noch für die Erprobung fliegen, aber nicht für Langstrecken"

Vermutlich wollte er den Sportwagen in seiner Sammlung internierter Flugzeuge einfach nicht hergeben........  ;)

Später konnte man sich auf eine " leihweise Überlassung" einigen und die Maschine wurde am 13. Oktober 44 nach Dübendorf überflogen.
 Es wurden an der Maschine diverse Anpassungen für den Kurierdienst vorgenommen, im Januar 45 bekam sie dann die zivile Registrierung HB-IMO.

Danach wurden die ersten Swissair Piloten in Dübendorf auf der Mosquito ausgebildet.
Die vorgesehenen Kurierflüge wurden nie aufgenommen und die Maschine wurde im August 45, nach nur 17.5 Flugstunden bei der Swissair, an die KTA zurück gegeben.

Die Maschine bekam da die Registrierung B-4.
Sie wurde nur wenig geflogen, bis Ende 46 nur etwa 20 Flugstunden.
Danach wurde sie stillgelegt und diente als Ersatzteilspender für die zweite Schweizer Mosquito.
Am 3. August 51 wurde sie offiziell ausgemustert und danach verschrottet.....   :'(

Für das Modell habe ich den Bausatz von Tamiya verwendet.
Für die Landeklappen verwendete ich das Set von CMK.
Nicht gerade der Renner, die Landeklappen waren nicht sehr passgenau und mussten mit Sheet vergrössert werden.
Das Höhenruder habe ich nicht verwendet, da zu klein und krumm, bei Quer- und Seitenruder habe ich dann ganz auf Zubehör verzichtet..............

Weiter verwendete ich ein Ätzteilset von Eduard, das wiederum war toll, wenn auch vieles nicht mehr zu sehen ist...................
Die Fahrwerksklappen steuerte quickboost bei, passen auch nicht so wirklich gut.
Bei einer weitern mosquito würd ich darauf verzichten.

Die Bemalung erfolgte mit Farben von Humbrol, ModelMaster und Xtracolor.
Der seidenmatte Lack stammt von Alclad ( Matt und Seidenmatt 1:1 gemischt)
Die Decals von LF Models lassen sich gut verarbeiten, allerdings ist die weisse Farbe nicht so toll deckend.
Aus dem Grund wurde das Hoheitszeichen auch lackiert.

Gruss aus dem zürcher Weinland
Beat

Marco

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Re: DeHavilland Mosquito PR.Mk.IV von Tamiya in 1/72
« Antwort #1 am: 03. Januar 2016, 16:36:16 »
Sieht wieder toll aus. Die Mosquito ist einer meiner Lieblingsflieger und mit den Neutralitätsbemalung doch recht farbenfroh.
Natürlich hast du wieder eine saubere Arbeit abgeliefert.
Modellbau ist die schönste Nebensache der Welt.

Markus

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Re: DeHavilland Mosquito PR.Mk.IV von Tamiya in 1/72
« Antwort #2 am: 03. Januar 2016, 20:41:05 »
Da hat wieder ein super Modell deine Werkbank verlassen! Und eine interessante Hintergrund-Gschichte. Wurden die Engländer gegen Piloten der Schweizer Luftwaffe getauscht? Und wie kamen die in die Hände der Tommies?

Marcel

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Re: DeHavilland Mosquito PR.Mk.IV von Tamiya in 1/72
« Antwort #3 am: 03. Januar 2016, 21:49:44 »
Wie immer ein super Modell geworden. schon faszinierend was die Swissair alles machen wollte um zu überleben.

Gruss Marcel

Beat

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Re: DeHavilland Mosquito PR.Mk.IV von Tamiya in 1/72
« Antwort #4 am: 03. Januar 2016, 22:25:46 »
Danke euch Jungs  :)

@Markus
Na ja, Austausch ist wohl nicht ganz das richtige Wort.
Das wurde damals so gehandhabt das im Gegenzug zu der Entlassung alliierter Piloten, die selbe Zahl Piloten der Achsenmächte aus der Internierung entlassen wurden.

Die britische Besatzung konnte über Spanien und Portugal nach England zurückkehren.
Wie sie aber nach Spanien gelangten weiss ich nicht. Kann mir aber vorstellen das die Swissair damals noch nach Spanien flog, immerhin waren Spanien und Portugal auch neutral......
Gruss aus dem zürcher Weinland
Beat

Peter

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Re: DeHavilland Mosquito PR.Mk.IV von Tamiya in 1/72
« Antwort #5 am: 06. Januar 2016, 01:09:34 »
Was soll ich noch sagen....."Typisch Beat", das natürlich im positiven Sinne!!!!! ;D
Diese Maschine steht mir auch noch bevor, weiss aber noch nicht, welche es dann geben wird........ 8)

Beat

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Re: DeHavilland Mosquito PR.Mk.IV von Tamiya in 1/72
« Antwort #6 am: 06. Januar 2016, 14:02:47 »

Danke Dir Peter.
Ja bei der Maschine hat man ja auch die Wahl zwischen 4 verschiedenen Anstrichen.
RAF wie bei der Landung, als E-42 vor der Swissair Zeit, dann meine Swissair und am Schluss noch als B-4.

Wer die Wahl hat, hat die Qual  ;)
Gruss aus dem zürcher Weinland
Beat